Backtag

So alle zwei bis vier Wochen war Backtag. Ist ein eigener Backofen vorhanden, wird nach Bedarf gebacken. Wurde in einem gemeindeeigenen Backhaus gebacken, so wird durch dieser Termin bestimmt.
Im Dorf meiner Oma wo je ein Backhaus im „Unnerndorf“ und im „Owwerndorf“ stand, wurde jeden Sonntag und Mittwoch beim Abendläuten gelost, in welcher Reihenfolge Brot gebacken werden konnte. Die Backerlaubnis galt für sechsmal zwei Haushalte. Erstaunlich war, mit welcher Disziplin sich die Bevölkerung der erwähnten Losentscheidung unterwarf, Kaum einmal gab es Unfrieden, weil vielleicht einer früher backen wollte als der andere.
Das erforderliche Brennholz, die „Wellen“ (trockenes, gebündeltes Astholz) und Scheitholz brachte jeder mit.
„Zwei die miteinander böse sind, backen nicht gut zusammen!“
So alle zwei bis vier Wochen war Backtag. Ist ein eigener Backofen vorhanden, wird nach Bedarf gebacken. Wurde in einem gemeindeeigenen Backhaus gebacken, so wird durch dieser Termin bestimmt.
Im Dorf meiner Oma wo je ein Backhaus im „Unnerndorf“ und im „Owwerndorf“ stand, wurde jeden Sonntag und Mittwoch beim Abendläuten gelost, in welcher Reihenfolge Brot gebacken werden konnte. Die Backerlaubnis galt für sechsmal zwei Haushalte. Erstaunlich war, mit welcher Disziplin sich die Bevölkerung der erwähnten Losentscheidung unterwarf, Kaum einmal gab es Unfrieden, weil vielleicht einer früher backen wollte als der andere.
Das erforderliche Brennholz, die „Wellen“ (trockenes, gebündeltes Astholz) und Scheitholz brachte jeder mit.
„Zwei die miteinander böse sind, backen nicht gut zusammen!“
 
 
Der „Dudenhöfer Keeskuche“ als regionale besondere Spezialität:
Dazu wurde der Brotteig dünn ausgerollt, auf das Backblech gelegt und mit „gekleppertem“ Ei bestrichen. Für den Belag presste Oma gekochte Kartoffeln durch, mischte reichlich „Keesmatte“, also Schichtkäse oder Quark darunter und schmeckte mit Salz ab. Dann kam diese Masse fingerdick auf den Kuchen. Daneben ließ sie Dörrfleischwürfel aus und briet darin Zwiebelwürfel glasig an. Dieses Gemisch verteilte sie gleichmäßig über den Käseteig. Nun noch etwas Rahm darüber und leicht mit Zimt bestreut und er Kuchen war backfertig. Vorbereitet war schon ein Kartoffel-/Gemüse-Eintopf, der dann zusammen mit dem warmen „Keeskuchen“ nach vollbrachtem Backtag gegessen wurde. Besonders der Kuchen war für uns Kinder das besondere Erlebnis. Und wir wussten genau, wann in der Verwandtschaft oder bei guten Bekannten gebacken wurde. Rechtzeitig waren wir dann vor Ort, um uns ein Stück von dem heißen Kuchen zu sichern.
Wir backten im „Unnerndorf“. Zum höher gelegenen Vorplatz zur Kirche war ein kleines Abstützmäuerchen. Zwischen Mauer und „Flößchen“ (Wasserrinne) war so viel Platz um dort die Blechkuchen abzustellen. Wir Kinder spielten herum und, wie es im Sommer üblich war natürlich barfuß. Ich rannte über die Mauer, verlor das Gleichgewicht und teilte daraufhin einen Keeskuche diagonal mit der Ferse. Großes Geschrei und verschiedene Hände der Frauen gaben dem Kuchen seine Form zurück.
 
Einschiesser
In der Regel waren dies erfahrene Männer, die mit „Wellen“ anheizten. Sie hatten das Gespür für die richtige Hitze und den Ablauf des Backens. Geschickt im Umgang mit dem „Schiesser“ füllten sie den Backofen mit Broten oder Blechen mit Kuchen und Gebäck. Wenn er mit dem Knöchel aufs gebackene Brot klopfte konnte er am Klang den Ausbackgrad feststellen
Mit freundlichem Einverständnis von Klaus Becker veröffentlicht hier der Verein "Heimat Geschichte & Kultur in Dudenhofen e.V." kleine Geschichten und Anekdoten, die von Ihm selbst verfasst wurden